Was versteht man unter dünnem Haar?
Von dünnem Haar spricht man immer dann, wenn die Anzahl der Haare auf dem Kopf unterhalb der Norm liegt. Alternativ kann auch von schütterem Haar gesprochen werden. Der Begriff bezieht sich also allein auf die Haarmenge und nicht auf die Haardicke. Für dünnes Haar gibt es unterschiedliche Ursachen – in der Regel spielen vor allem genetische und hormonelle Faktoren eine Rolle.
Was sind Ursachen für dünner werdendes Haar?
Wenn die Haare an Volumen verlieren und durch Haarausfall immer größere Bereiche der Kopfhaut sichtbar werden, steckt in den meisten Fällen der sogenannte erblich bedingte Haarausfall dahinter. Es gibt aber noch weitere, mögliche Ursachen.
Erblich bedingter Haarausfall wird auch als androgenetische Alopezie bezeichnet und ist bei Männern sowie bei vielen Frauen die häufigste Ursache für dünnes Haar. Die medizinische Forschung konnte mittlerweile zahlreiche Gene sowie seltene Varianten identifizieren, die mit dieser Form des Haarausfalls in Verbindung stehen.1
Hormonelle Schwankungen können einen großen Einfluss darauf haben, ob jemand dünnes oder dichtes Haar hat. Denn auch für die androgenetische Alopezie sind bestimmte Hormone mitverantwortlich. Bei Frauen können außerdem hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren oder nach einer Schwangerschaft dünnes Haar verursachen.2
Weitere mögliche Ursachen, die Haarverlust und dünnes Haar provozieren können, sind unter anderem verschiedene Erkrankungen (zum Beispiel Schilddrüsenerkrankungen), ungünstige Ernährung (mangelhafte Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen), Stress, die Einnahme von Medikamenten oder eine problematische Haarpflege.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei dünnen Haaren?
Die Haare werden dünner – was tun? Viele Menschen mit schütterem Haar fragen sich, wie sie ihr Haarwachstum wieder anregen können. Während verschiedene Shampoos feinem Haar meist nur mehr Volumen verleihen, existieren auch einige Behandlungsmethoden, die dünnes Haar stärken bzw. wieder dichter werden lassen können.
Die minimal-invasive Eigenbluttherapie bietet eine nachhaltige sowie schmerz- und risikoarme Möglichkeit, um das Haarwachstum in den Haarwurzeln wieder zu stimulieren. Der Schlüssel dazu ist das Platelet Rich Plasma, das aus dem Blut der Patienten gewonnen wird. Dieses enthält zahlreiche Wachstumsfaktoren, die in die Kopfhaut injiziert werden und das Wachstum von dünner werdendem Haar anregen können.
Beim Microneedling werden der Kopfhaut Mikroverletzungen zugeführt. Im Rahmen der einsetzenden Wundheilung wird unter anderem das Haarwachstum stimuliert. Bei Bedarf können gleichzeitig unterstützende Nährstoffe eingebracht werden, welche die Haarwurzeln zusätzlich stärken und anregen können.
Der Einsatz von Polynukleotiden gegen dünnes Haar ist ein relativ neuer Ansatz, der vielversprechende Resultate liefert.3 Die injizierten Wirkstoffe regen verschiedene Regenerationsprozesse an, die positiv auf die Haarfollikel wirken und dadurch wieder mehr Fülle erzielen können.
Abhängig von der individuellen Ursache für dünnes Haar, kann die Behandlung mit Wirkstoffen wie Minoxidil oder Finasterid geeignet sein. Zu beachten ist hierbei jedoch das teilweise ungünstige Nebenwirkungsprofil. Eine Haartransplantation bietet eine schnelle Möglichkeit, um nachhaltig gute Ergebnisse zu erzielen, ist jedoch aufwendig und kostspielig.
Welche Behandlungen sind besonders nachhaltig?
Dünne Haare – was tun? Wer sich diese Frage stellt, sucht vor allem nach Behandlungsmethoden mit Langzeiteffekt. Während die Behandlung mit Wirkstoffen wie Minoxidil kontinuierlich erfolgen muss, können Verfahren wie Microneedling, Polynukleotide, Eigenbluttherapie (oder eine Haartransplantation) nachhaltigere Effekte erzielen. Es genügen meist einige wenige Behandlungen, die bei Bedarf nach mehrmonatigem Abstand zur Auffrischung wiederholt werden können.
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Dr. David: Fachärztin für Neurochirurgie, 25 Jahre Erfahrung, Expertin für Regenerative Ästhetik, Masterclass-Dozentin
Welche Nebenwirkungen und Risiken gibt es?
Natürliche Ergebnisse ohne große Risiken – insbesondere minimal-invasive Behandlungsmethoden aus dem Bereich der regenerativen Ästhetik versprechen dies. In der Regel sind hier nur sehr geringe Nebenwirkungen zu erwarten, die durch die Injektionen hervorgerufen werden. Schwellungen, Rötungen und ähnliche Beschwerden klingen jedoch meist nach kurzer Zeit von allein wieder ab. Wirkstoffe wie Minoxidil haben deutlich mehr Nebenwirkungen wie etwa Brennen, trockene Kopfhaut oder Juckreiz.
Wie hoch sind die Kosten?
Die Kosten sind abhängig von der ausgewählten Behandlungsmethode. Am teuersten ist mit Abstand die Haartransplantation, die mit mehreren tausend Euro zu Buche schlagen kann. Bei minimal-invasiven Verfahren ist meist von dreistelligen Kosten pro Sitzung auszugehen. Je nach Methode müssen Betroffene mehrere Sitzungen einplanen.
Was kann man noch tun bei dünnen Haaren?
Wer sich natürlich volles und kräftiges Haar wünscht, kann ein paar einfache Tipps in Alltag und tägliche Pflege integrieren.
Exzessives Styling, Föhnen mit hoher Temperatur, häufiges Haarefärben sowie falsches Toupieren, um mehr Volumen bei feinem Haar zu erzeugen, können die Haare belasten und sollten vermieden werden.
Eine gesunde Ernährung mit allen wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen kann hilfreich sein, da sie die optimale Versorgung der Haarwurzeln sicherstellt.
Kopfmassagen und spezielle Bürsten können die Durchblutung der Kopfhaut fördern und so die Versorgung der Haarwurzeln unterstützen. Sie lassen sich unkompliziert in die tägliche Haarpflege integrieren, etwa durch das sanfte Einmassieren des Shampoos oder bewusstes, längeres Bürsten vor dem Styling der Frisur. Die mechanische Stimulation kann zudem helfen, abgestorbene Hautschüppchen zu lösen und Pflegeprodukte besser zu verteilen.
Stress kann eine bedeutende Rolle bei Haarausfall spielen, da bestimmte Stresshormone nachweislich das Haarwachstum negativ beeinflussen können.4 Maßnahmen zur Stressreduktion können daher ein unterstützender Bestandteil eines ganzheitlichen Behandlungsansatzes bei diffusem Haarausfall sein.
Häufige Fragen zum Thema "dünne Haare"
Unter der Bezeichnung „dünnes Haar“ versteht man lichter werdendes Haar, also einen Verlust der Haaranzahl. Dieser Verlust kann in vielen Fällen durch verschiedene Methoden rückgängig gemacht werden. Feines Haar im Sinne von einer geringen Haardicke lässt sich durch solche Verfahren meist nicht beeinflussen, da die Haarstruktur genetisch vorgegeben ist. Wer sich dicke Haare wünscht, kann gegebenenfalls ein spezielles Shampoo verwenden, das dem Haar mehr Fülle verleiht.
Wenn Männer oder Frauen unter dünnem Haar leiden, kann ein Mangel an Nährstoffen verantwortlich sein. Wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente für die Gesundheit der Haare und Haarwurzeln sind zum Beispiel Biotin, Zink, Eisen und Vitamin D3. Normalerweise können diese über eine ausgewogene Ernährung in ausreichender Menge zugeführt werden.
Kräftigeres Haar entsteht, wenn Haarwurzeln optimal versorgt und stimuliert werden, etwa durch gezielte Nährstoffe, eine gesunde Kopfhaut oder spezielle medizinische Behandlungen. Welche Methode am besten wirkt, hängt jedoch von der Ursache des Haarverlusts ab. Deshalb ist eine individuelle Beratung vor der Behandlung entscheidend. Bei androgenetischem Haarausfall sind oft andere Maßnahmen erforderlich als bei diffusem Haarausfall.
Quellenliste
1 Henne, S.K., Aldisi, R., Sivalingam, S. et al. Analysis of 72,469 UK Biobank exomes links rare variants to male-pattern hair loss. Nat Commun 14, 5492 (2023). https://doi.org/10.1038/s41467-023-41186-w, https://www.nature.com/articles/s41467-023-41186-w (Datum des Zugriffs: 14.04.2025)
2 Hirose A, Terauchi M, Odai T, Fudono A, Tsurane K, Sekiguchi M, Iwata M, Anzai T, Takahashi K, Miyasaka N. Investigation of exacerbating factors for postpartum hair loss: a questionnaire-based cross-sectional study. Int J Womens Dermatol. 2023 Jun 16;9(2):e084. doi: 10.1097/JW9.0000000000000084. PMID: 38323220; PMCID: PMC10846762, https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10846762/ (Datum des Zugriffs: 14.04.2025)
3 Thanasarnaksorn W, Limsuchaiwat N, Sirithanabadeekul P, Charoensuksira S, Suwanchinda A, Meephansan J. Polynucleotides as a novel therapeutic approach in androgenetic alopecia: an analysis of effectiveness and safety. Arch Dermatol Res. 2025 Feb 14;317(1):399. doi: 10.1007/s00403-025-03908-6. PMID: 39951159., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39951159/ (Datum des Zugriffs: 14.04.2025)
4 Choi, S., Zhang, B., Ma, S. et al. Corticosterone inhibits GAS6 to govern hair follicle stem-cell quiescence. Nature 592, 428–432 (2021). https://doi.org/10.1038/s41586-021-03417-2, https://www.nature.com/articles/s41586-021-03417-2 (Datum des Zugriffs: 14.04.2025)
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